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Masca – ein kleines Dorf auf Teneriffa

Als wir uns überlegten, was wir auf Teneriffa denn so alles erkunden wollten, stand Masca ganz hoch im Kurs. Eigentlich ist das Mini-Örtchen durch eine besondere Wanderroute bekannt, die zwischen zwei beeindruckenden Felsen runter zum Meer führt. Für eine Wanderung hatten wir weder genug Zeit noch das richtige Equipment dabei, aber die Location hörte sich überaus sehenswert an. Also brachen wir an einem heißen Nachmittag mit unserem kleinen Mietautolein auf, um nach Masca zu fahren. Erfrischend kühler Pool und Liegestuhl eingetauscht gegen Klimaanlage und Autositz. Aber gut, schließlich wollten wir ja auch was von der Insel sehen!

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Auf halbem Wege stachen uns dann immer wieder Straßenschilder mit einem großen, knorzeligen Baum in ähnlicher Penetranz wie die mit dem Loro Parque Sticker ins Auge, sodass wir kurzerhand an einer Abzweigung in den Ort Icod das Lenkrad herumrissen und dem ominösen Baum auf den Grund gehen wollten. El Drago nennt sich dieses Gewächs, er ist ein Drachenbaum und offenbar der älteste seiner Art auf der ganzen Welt, auch wenn die Altersangaben zwischen 400 und 3000 Jahren schwanken. Wie kann man sich denn gleich um eine ganze Zehnerpotenz verschätzen? Immerhin scheint der Drago aber Icods ganzer Stolz zu sein. Wie könnte man es sich sonst erlauben, 4€ Eintritt zu verlangen, nur um einen Baum aus der Nähe zu sehen (wie ihr seht, hatten wir aus der Ferne auch einen ganz ansehnlichen Blick auf den Baum…). 4€ um einen Baum anzuschauen – geht’s noch? Schnell ein Foto geknipst und Icod gedanklich schonmal von der Liste der sehenswerten Orte auf Teneriffa abgehakt.

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Nun begann der wirklich amüsante Teil der Strecke. Hat schonmal jemand versucht, einen Fiat 500 mit 69 PS eine einspurige Serpentinenstraße hochzuquälen? Nein? Okay. Lasst es bleiben. Manchmal haben wir uns gewünscht, nach dem 1. Gang noch weiter runter schalten zu können. Ich habe noch nie einen Wagen so erbärmlich die Straße hochhecheln sehen. Besonders hat an dieser Stelle unser Navi zur Belustigung beigetragen. Anfangs habe ich mich noch darüber gewundert, dass es hier und da bei keiner wirklichen Abzweigung der Straße den Hinweis „Turn right“ ausgespuckt hat, aber gut, das tut jedes Navi mal. Bei den richtig engen 180°-Kurven kriegte es allerdings einen Kollaps, und interpretierte jede einzelne Serpentine als Abzweigung. „Turn right, turn left, turn right and then turn left, turn left and bear right, …“ Das ging sicherlich 10 Minuten lang so. Ich kriegte mich gar nicht mehr ein vor Lachen, es war einfach zu genial.

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Irgendwann tat sich dann vor uns ein absolut atemberaubender Ausblick auf, also ließen wir unseren Fiat ein paar Minuten Verschnaufspause und legten einen spontanen, kurzen Fotostop ein. Letztendlich blieben wir aber dann bis zum Sonnenuntergang, es war einfach zu schön, um wieder wegzufahren. Eine traumhafte Kulisse!

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Nach Masca schafften wir es dann nicht mehr im Hellen, aber dort angekommen stellten wir fest, dass es ohnehin recht unspektakulär ist. Die beiden einzigen Restaurants hatten schon vor Stunden zugemacht und so fuhren wir mit knurrenden Mägen wieder zurück. Unser Auto freute sich schon riesig auf die Heimfahrt, schließlich ging es größtenteils bergab. Ihr würdet sicherlich niemals erraten, wo wir uns letztendlich ein schönes Abendessen gegönnt haben – in Icod. Schicksal!

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